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Es gibt wohl keinen, der Alfred Balen gekannt hat, bei dem dieser nicht tiefe Spuren hinterlassen hätte. Dass heute so viele „Ehemalige” wie in kaum einem anderen Verein die Geschicke des über 100-jährigen Klubs führen, hat mit Balen zu tun – der mit seinem Beispiel vorlebte, wie man sich ganz und gar, ohne Wenn und Aber, an eine Sache hingibt. Die jungen Burschen aus seinem Dream Team der 80er, das damals die vermutlich beste Wasserball-Mannschaft der Welt stellte, sahen, dass da jemand war, bei dem Wort und Tat – nicht unbedingt gesellschaftsüblich – zusammen gehörten, einer, der nicht Wasser predigte und heimlich Wein trank, sondern der meinte, was er sagte. Hagen Stamm als Präsident (und Bundestrainer), Carsten Kusch als Vize, Peter Röhle als Trainer – sie und noch viele andere sind „Balen-geprägt”.

1930 in einem kleinen Örtchen an der Adriaküste geboren, kam Alfred Balen als 15-jähriger erstmals mit dem Wasserball in Kontakt. Ein Freund hatte ihn mit zum Training genommen und damit Schicksal gespielt. Schnell schaffte er den Sprung in Nachwuchs-Auswahlteams und die Nationalmannschaft, nahm an zwei EM teil. Das Jura-Studium auf Wunsch des Vaters blieb ein Intermezzo, danach wandte sich Balen umso intensiver erneut dem Sport zu. Als Trainer wurde er zunächst zum „Globetrotter” mit diversen exotischen Stationen, um von 1965 bis 1969 schließlich in Mexiko zu landen, wo er die Auswahl des 68er Gastgeberlandes der Sommerspiele olympiareif machte. 1969 kam er nach Berlin, war erst Landestrainer und führte danach ab Mitte der 70er Jahre Spandau 04 ein Jahrzehnt lang auf bis dato ungekannte Höhen. Achtmal Meister, achtmal Pokalsieger, dreimal Europacup-Gewinner, zweimal LEN-Supercup-Sieger – die Wasserfreunde nahmen dank Wasserball-„Gott” Alfred Balen Platz im Wasserball-Himmel. Von 278 Begegnungen in der einteiligen Bundesliga zwischen 1977 und 1986 unter Balens Regie gewann Spandau 257, spielte 11 Mal remis und verlor ganze 10, davon ein einziges in Berlin. International war die Bilanz ähnlich eindrucksvoll.

Als Anfang Dezember 1986 in Zürich mit einem 10:8 gegen Mornar Split zum zweiten Male der LEN-Supercup, das Duell zwischen dem EC-Sieger der Meister und dem der Pokalsieger, gewonnen wurde, stand die Mannschaft im Zenit ihres Könnens. Alles schien wie immer, und doch war danach nichts mehr wie vorher. Balen machte wie stets nach großen Erfolgen den Sprung in voller Montur ins Becken zu seiner Mannschaft, umarmte jeden einzelnen Spieler von Roehle bis Freund, von Stamm bis Loebb – und war doch hinterher ganz gegen seine Art viel stiller als gewohnt. Im Hotel brach er zusammen, die Symptome deuteten auf Hirnschlag. Balen wurde sofort in die Universitätsklinik gefahren – doch es gab keinen Weg mehr zurück. Der Schock bei der Mannschaft saß tief, aber auch Balens geistige Hinterlassenschaft. Das Team schwor sich ganz im Sinne des Coaches: Jetzt erst recht!

Weitermachen wie bisher! Und die auf ein Auseinanderfallen der Spandauer nach Balens Tod gewettet hatten, sahen sich schnell widerlegt: die 04-Erfolgsstory ging weiter und hält bis heute an. Auch dank Alfred Balen, nachdem nicht nur das Vereinsheim „Alfred’s” benannt ist, sondern dem auch der jährlich vergebene Balen-Cup gewidmet ist.
Mit Geschichten und Geschichtchen über Alfred Balen kann man Bände füllen – und am Ende steht immer die Erkenntnis, dass es für die, die ihn nicht kennenlernen konnten, ein Verlust war. Er war gelebter Wasserball, Unikum, Koryphäe, Vulkan, Ersatzvater für „seine Jungs”. Das wird auch deutlich, wenn man einige Würdigungen nach seinem Tode liest. Manfred von Richthofen, damals Berliner LSB-Präsident, heute Chef des Deutschen Sportbundes, sagte: „Er war schlicht der Vater des Wasserballs in unserer Stadt … Alfred Balen war kein bequemer Mann. Wer mit ihm zu tun hatte, musste sich auch mit ihm auseinandersetzen. Er forderte – und er wollte gefordert werden. Er brachte Leben und Bewegung in den Berliner Sport. Er brachte auch Leben und Bewegung in manche ihm unerträglich erscheinende Bürokratien – und er brachte Herzlichkeit in unsere menschliche, ja manchmal unmenschliche Zeit.

Er war ein Idealist, und das war und ist gut in einer Zeit, die so arm geworden ist an herausragenden Persönlichkeiten, an Menschen von wirklichem Format.”

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Wir bedanken uns bei Dr. Günter Schwill, dem Autor dieses Beitrages.

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